Die neue Produktion des Dorftheaters Zumikon gibt dem Publikum Gelegenheit, sehr weit hinter die Kulissen des Theaterspielens zu schauen. Michael Frayn ist eine Komödie gelungen, die mit einem heiteren Schwank beginnt und im fulminanten Tohuwabohu der privaten Geschichten, die sich unter den Schauspielern abspielt, seinen Höhepunkt findet.
Die Zuschauer im Publikum erleben dreimal den selben ersten Akt eines Schwanks. Dreimal dieselbe Szenenfolge eines mittelmässigen Theaterstücks sich zu Gemüte führen zu lassen, könnte ja reichlich langweilig sein...! Aber offen gesagt, diese Szenenfolge könnte nicht unterschiedlicher umgesetzt sein:
Beim ersten Mal realisieren wir erst mit der Zeit, dass wir gar nicht in einer Aufführung sitzen, sondern Zeuge werden einer Generalprobe, bei welcher noch viel zu viele Details nicht funktionieren. Im Laufe dieser Probe lernen wir nicht nur die Theaterfiguren kennen, sondern auch deren Darstellerinnen und Darsteller samt der Regie, der Assistenz und der Inspizienz.
Nach der Pause sehen wir denselben ersten Akt bei einer Nachmittagsvorstellung in einem Gemeindehaus. Diesmal sitzen wir aber nicht im Saal, sondern hinter der Bühne! So wird das Theater, welches sich innerhalb des Ensembles abspielt so hautnah miterlebt, dass der besagte erste Akt des Schwanks eher in den Hintergrund tritt. Jetzt kennen wir diesen ersten Akt und wir kennen die Beziehungen und Affären unter den Schauspielern. Aber das dritte Mal, wo wir einer der letzten Vorstellungen dieses Schwanks beiwohnen sprengt den Rahmen vollends: Alles in dieser Vorstellung geht schief und die Darsteller samt Regisseur, Regieassistentin und Inspizient geben alles, dass diese Vorstellung nicht in die Hosen geht, aber sie geht erst recht in die Hosen!!!
Wir lachen über den Schwank - wir lachen über die Situationskomik, die unter den Spielenden entsteht - wir lachen über das menschlich allzu menschliche – letztlich über uns selbst. Viel Spass!
Jeannot Hunziker